Ende des ADHS-Hypes in Sicht?

von freakoutcrazy

Anfang 2012 sorgte der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg für Aufruhr. Kurz vor seinem Tod gestand er dem Wissenschaftsjournalisten Jörg Blech, daß er nicht mehr an ADHS glaube. Eisenberg hatte Ende der sechziger Jahre dafür gesogt, daß hippeliges Verhalten von Kindern als psychische Krankheit klassifiziert wurde. Als die Zahl der ADHS-Diagnosen explosionsartig anstiegen, kamen ihm Zweifel. ADHS sei ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Krankheit.

Jetzt gießt ein Artikel der New York Times mit dem Titel The Selling of Attention Deficit Disorder Öl ins Feuer der ohnehin schon hitzigen Debatte. Dr. C. Keith Conners, emeritierter Professor für Psychologie an der Duke University und ein anerkannter Experte zu dieser Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung, nennt darin den geradezu epedemieartigen Ansitieg von ADHS-Diagnosen “ein nationales Desaster von gefährlichen Ausmaßen”. Die Zahl der wegen ADHS behandelten Kinder stieg von 600.000 im Jahr 1990 auf aktuell rund 3,5 Millionen. “Das wurde zusammen gesponnen um die Abgabe von Medikation in nie dagewesenen und nicht vertretbaren Mengen zu rechtfertigen”, so Conners.

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